Rollenspiele Hinter dem Sichtschirm RSP Blog

„tschuldigung, aber ich kann heute doch nicht kommen…..“

Eine mehr oder minder kurzfristige Absage kommt sicher in jeder Spielrunde vor, manchesmal erst unmittelbar vor Spielbeginn, manchesmal auch erst nach dem eigentlich Spielbeginn, mit Glück bereits ein paar Tage früher. Doch wie geht man damit um?

Ich persönlich habe für mich, unabhängig vom System und damit einer gewissen Wertigkeit drei Systeme entwickelt, wobei hauptsächlich zwei zum Einsatz kommen. Dabei habe ich weder das Rad neu erfunden noch ein besonders originelles System entwickelt, sondern will darstellen, wie es bei uns in den Gruppen gehandthabt wird.

System 1 – Wir spielen, egal wer kommt: Bei unseren Freitags-Abenteuern, wie Pathfinder, Deadlands, 7te See,… spielen wir sobald wir drei von unseren ungefähr 8 SpielerInnen sind, in 90% aller Fälle sind wir zwischen 5 und 7 Spielern, 1 bis 2 Spielabende im Jahr entfallen in der Regel bzw. weichen wir auf ein Brettspiel aus. Es ist also selten der Fall dass wirklich alle da sind, aber die meisten sind da. Natürlich sind die Charakter an sich nicht verschwunden, aber eben auch nicht verfügbar. Zum Running Gag wurde die Situation der Übelkeit. Das passierte weil eine Spielerin welche am vorletzten Abend fehlte die Sitzung mit den Worten „Ma, war mir aber schlecht, was ist den eigentlich passiert?“ eröffnet hat. Es gibt dabei den Konses dass die Charakter der nicht anwesenden Spieler sich im Umfeld der anderen aufhalten aber krank, beschäftigt oder anderweitig verhindert sind und so nicht auf ihre Fähigkeiten zurückgreifen können. Auch können nicht anwesende Charakter nicht sterben, nur Charakter die durch ihren Spieler auch in Gefahr gebracht werden. Wohl aber finden Spieler ihre Charakter in Gefängnissen, einsamen Insel, Dimensionsfalten oder ähnliches wieder, nach dem Motto mitgehangen, mitgefangen.

System 2 – Wir spielen nur gemeinsam, da keiner aus Spaß absagt: In den meisten Fällen, vor allem bei Runden die schon ein paar Mal gemeinsam gespielt haben, entstehen Absagen nicht aus Spaß. Das Kind ist krank, die Oma plant in letzter Minute doch am Samstag ihren runden Geburtstag zu feiern, man ist erkrankt, etc. Die SpielerInnen wollen ja in der Regel selbst spielne, nehmen sich die Zeit und freuen sich auf die Abenteuer. Was mich da ärgert sind Ereignisse die man schon bei der Terminabsprache wissen sollte, wie z.B. „Ich hab ganz vergessen, meine Oma feiert ja an dem Wochenende einen runden Geburtstag“ oder ähnliches. Da ich persönlich keinen Spieler doppelt bestrafen möchte, einerseits er muss absagen weil es nicht anders geht und dann darf er auch nicht mitspielen, verschieben wir dann das Abenteuer auf einen neuen Termin. Dies wird vor allem in kleineren Runden mit max. 5 Spielern und Systemen wie Cthulhu, Shadorun, das schwarze Auge, Earthdawn oder ähnlichen Rollenspielen wo mir Atmosphäre wichtig ist, so gehandhabt. Mich persönlich nervt es ziemlich wenn zB bei der Durchquerung der Wüste plötzlich ein Spieler ausfällt oder im Gegenteil gerade dann wieder Zeit hätte. Entweder wir spielen alle oder keiner spielt. Es gibt natürlich auch eine Ausnahme von der Regel, vor allem wenn ein Spieler auf längere Zeit keine Zeit finden wird oder finden möchte, dann soll er das auch ehrlich sagen und er nimmt eine Auszeit und setzt ein oder mehr Abenteuer aus, um später wieder zur Gruppe zu stossen, aber mitten in einem Abenteuer, finde ich es persönlich ziemlich nervig – eine meiner kleinen Macken. Klar, das macht das Spielen und vor allem die Regelmäßigkeit nicht einfacher, wie gesagt das System ist lückenhaft :-).

System 3 – Wir spielen dennoch, falls am Spieltag abgesagt wird: Eine Aufweichung von System 2, bei manchen Systemen, für mich meist Systeme die jetzt nicht so atmosphärisch sind aber auch nicht völlig funny bzw. hack´n´sly, so Systeme wie Traveller, Degenesis, Werwolf, … schwierig festzulegen. Es kommt auch auf die Wünsche der Spieler selbst an. In ein paar Gruppen haben wir uns geeinigt wenn jemand direkt am Spielabend absagt, dann spielen wir trotzdem, weil man da auch kaum mehr als umdisponieren kann, höchstens noch zu schauen auf welches Brettspiel man sich da einigt. Dieses System wird aber nur seltenst von mir verwendet.

Die wirklich optimale Lösung habe ich noch nicht gefunden, wobei für Freitagsrunden ist System 1 für mich die optimalste Lösung. Bei „anspruchsvollen“ Rollenspielen ist System 2 für mich wichtig, wobei es dann auch passieren kann, dass Monate vergehen bis wir wieder spielen, auch keine optimale Lösung, womöglich wird es dort auch mal zu System 3 kommen, aber da fühle ich mich auch nicht so glücklich. Wahrscheinlich ist, dass es keine optimale Lösung gibt, aber wichtig ist, dass man eine Lösung findet mit der alle Beteiligten gut leben können.

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