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früher war alles besser….

Vor kurzem habe ich gelesen, dass es scheinbar früher einfacher war, womöglich sogar wie einige behaupten besser war. Aber ich kann mich mit besser oder schlechter nur schwer anfreunden.

Wohl war auch mein erster Kontakt zum Rollenspiel Das Schwarze Auge, aber es war in meiner Schulzeit noch ein wenig schwieriger an verschiedene Rollenspiele zu kommen. Später, in den frühen 90ern, dank Schwarzem Brett im Spielzeuggeschäft und im Comicladen, war es nicht so schwer eine Gruppe oder Mitspieler zu finden. Später kam dann noch der eine oder andere Rollenspielladen dazu, in dem man ebenfalls Aushänge anbringen konnte.

Heute mag es mit Internet scheinbar leichter sein RPG Gruppen und Mitspieler zu finden, dafür ist die Freizeit Konkurrenz meiner Erfahrung nach größer geworden und meine Alterskategorie hat mit Kindern, Frau und Karriere ungleich weniger Zeit als während der Schulzeit oder dem Studentenleben. Rein gefühlsmäßig spiele ich nicht viel weniger als früher und es ist jetzt auch nicht schwieriger Mitspieler zu finden, es ist vor allem härter geworden Termine zu finden, aber das kompensiere ich durch mehrere Gruppen.

Anfang bis Mitte der 90er gab es mit Cthulhu, MERS, Midgard, Rolemaster, Pendragon, Kult, Shadowrun, DSA, (A)D&D, MSH, PP&P, Paranoia, Star Wars, Sturmbringer,…. wirklich eine Vielzahl an deutschem Rollenspielmaterial und -systemen, doch ich denke der semiprofessionelle Bereich hat eine niedrigere Einstiegshürde mit dem Internet. Während früher unzählige eigene Systeme von Hand zu Hand gereicht wurden, kann man sich heute in Foren, auf Facebook, etc. austauschen und eigene System auf einer Website präsentieren.

Ein erstaunlich wichtiger Aspekt für viele Spielrunden scheint ihr Frauenanteil zu sein, wobei ich schon immer Rollenspielrunden mit Mitspielerinnen geleitet bzw. darin mitgespielt habe und das auch heute noch tue. Ich weiß auch nicht, ob es heute mehr Frauen gibt, die Rollenspiele spielen, aber ich weiß nicht inwiefern das Geschlecht bei einer Rollenspielrunde eine Relevanz besitzt. Man kann es höchstens als Bereicherung der Rollenspielrunde sehen.

Und natürlich hat sich die Welt verändert, so auch das Rollenspiel und die Ansprüche daran. Auch ich habe mich verändert. Was mir in den 80er gefiel, muss mir nicht unbedingt in den 90er oder in der Gegenwart noch gefallen und umgekehrt. Jede Zeit hat ihre Systeme, ihre Gruppen, ihre Ansichten, aber mit früher war alles besser oder schlechter tu ich mir schwer. Es war eben eine andere Zeit.

Veröffentlicht von

Kanzler von Moosbach

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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